4. Adventwoche 2020

Impuls für die vierte Adventwoche „Wirklich ich?“

Einstiegsfrage

Wo habe ich erlebt, dass mir jemand ganz überraschend etwas zutraut?

Gebet

Lebendiger Gott,
du traust uns zu,
dass wir uns mit unseren Fähigkeiten und Möglichkeiten von dir in den Dienst nehmen lassen. Hilf uns, dass wir nicht zu klein von uns denken.
Schenke uns ein weites Herze, damit wir deinen Anruf hören,
damit wir uns herauslocken lassen
und wie Maria mitwirken,
dass Jesus in dieser Welt lebendig ist.

Das Evangelium des 4. Adventsonntags Lk 1,26-38

26 Im sechsten Monat wurde der Engel Gabriel von Gott in eine Stadt in Galiläa namens Nazaret 27 zu einer Jungfrau gesandt. Sie war mit einem Mann namens Josef verlobt, der aus dem Haus David stammte. Der Name der Jungfrau war Maria. 28 Der Engel trat bei ihr ein und sagte: Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir. 29 Sie erschrak über die Anrede und überlegte, was dieser Gruß zu bedeuten habe. 30 Da sagte der Engel zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria; denn du hast bei Gott Gnade gefunden. 31 Siehe, du wirst schwanger werden und einen Sohn wirst du gebären; dem sollst du den Namen Jesus geben. 32 Er wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden. Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines Vaters David geben. 33 Er wird über das Haus Jakob in Ewigkeit herrschen und seine Herrschaft wird kein Ende haben. 34 Maria sagte zu dem Engel: Wie soll das geschehen, da ich keinen Mann erkenne? 35 Der Engel antwortete ihr: Heiliger Geist wird über dich kommen und Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Deshalb wird auch das Kind heilig und Sohn Gottes genannt werden. 36 Siehe, auch Elisabet, deine Verwandte, hat noch in ihrem Alter einen Sohn empfangen; obwohl sie als unfruchtbar gilt, ist sie schon im sechsten Monat. 37 Denn für Gott ist nichts unmöglich. 38 Da sagte Maria: Siehe, ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast. Danach verließ sie derEngel.

Gedanken zum Text

Das Lukasevangelium schildert uns hier eine ganz intime Gotteserfahrung. Der Engel ist auch Ausdruck dafür, dass Maria den Anruf Gottes in ihrem Leben ganz zart und zugleich ganz deutlich wahrnimmt. Sie reagiert darauf sehr entschlossen: sie fragt nach, klärt ab, aber sie lässt sich auf diese Weise herauslocken, geht mutig auf diese Botschaft ein. „Denk nicht zu klein von dir“ ließe sich das übersetzen – für das persönliche Leben aber ebenso gerade auch dort wo Menschen ihre Pfarre/ Gemeinde/ Gemeinschaft vielleicht als sehr armselig erleben. Denn wer garantiert uns denn, dass nicht auch in diese Armut der Engel Gottes tritt, damit Unerwartetes möglich wird?

Impulsfragen für den Austausch

  • Wo begegne ich dem Engel – wo spüre ich mich, dass Gott mich herauslockt, mir etwas Neues zutraut?
  • Wo begegnen wir mitten in der Coronazeit als Gemeinschaft/ Pfarre/ Gemeinde dem Engel – wo ruft uns Gott durch die Umstände zu einem Schritt nach vorne?
  • Wo ist mir persönlich/ wo ist uns zusammen diesbezüglich in den letzten Wochen etwas gelungen? Austausch und Zeit für persönliches Gebet

Vaterunser

Einladung zum Austausch in der Diözese

Wo ruft Gott mich/ wo ruft Gott uns vielleicht gerade inmitten unserer Armut (begrenzter Möglichkeiten: finanzieller Ressourcen, MitarbeiterInnen,….).

3. Adventwoche 2020

Impuls für die dritte Adventwoche „Bedeutungslos und doch eine Stimme“

Einstiegsfrage

Wo habe ich mich denn in letzter Zeit so richtig bedeutungslos erlebt?

Gebet

Gott,
du stellst uns als Gläubige und als kirchliche Gemeinschaft hinein in eine Zeit, die mit vielen Fragen, so manchen Momenten von Ratlosigkeit, so manchen Erfahrungen der Bedeutungslosigkeit verbunden ist.
Hilf uns, dass wir uns von Johannes des Täufers inspirieren lassen, unsern Platz neu oder tiefer zu entdecken. Und lass auch uns die Freude erfahren, die darin steckt, wenn dein Wort uns zum Klingen bringt.

Das Evangelium des 3. Adventsonntags Joh 1,6-8.19-28

Der Prolog

…..

6 Ein Mensch trat auf, von Gott gesandt; sein Name war Johannes. 7 Er kam als Zeuge, um Zeugnis abzulegen für das Licht, damit alle durch ihn zum Glauben kommen. 8 Er war nicht selbst das Licht, er sollte nur Zeugnis ablegen für das Licht.

Das Zeugnis des Täufers

19 Und dies ist das Zeugnis des Johannes, als die Juden von Jerusalem aus Priester und Leviten zu ihm sandten mit der Frage: Wer bist du? 20 Er bekannte und leugnete nicht; er bekannte: Ich bin nicht der Christus. 21 Sie fragten ihn: Was dann? Bist du Elija? Und er sagte: Ich bin es nicht. Bist du der Prophet? Er antwortete: Nein. 22 Da sagten sie zu ihm: Wer bist du? Wir müssen denen, die uns gesandt haben, Antwort geben. Was sagst du über dich selbst? 23 Er sagte: Ich bin die Stimme eines Rufers in der Wüste: Ebnet den Weg für den Herrn!, wie der Prophet Jesaja gesagt hat. 24 Die Abgesandten gehörten zu den Pharisäern. 25 Sie fragten Johannes und sagten zu ihm: Warum taufst du dann, wenn du nicht der Christus bist, nicht Elija und nicht der Prophet? 26 Johannes antwortete ihnen: Ich taufe mit Wasser. Mitten unter euch steht einer, den ihr nicht kennt, 27 der nach mir kommt; ich bin nicht würdig, ihm die Riemen der Sandalen zu lösen. 28 Dies geschah in Betanien, jenseits des Jordan, wo Johannes taufte.

Gedanken zum Text

Die kirchliche Obrigkeit lässt den Sachverhalt prüfen. Die zuständigen religiösen Verantwortungsträger wollen abklären, was sich denn da unten am Jordan abspielt. Und die entsandten Boten fragen alles ab, was sie an Kategorien im Kopf haben. Dreimal erhalten sie darauf ein „Nein“. Johannes kann mit all dem nichts anfangen, dabei sind das durchaus bedeutungsvolle Rollen, die ihm zugewiesen werden. Lieber bleibt er bedeutungslos „ich bin die Stimme eines Rufers in der Wüste“. Klingt nicht so wichtig oder vielleicht doch ganz anspruchsvoll. Es ist jedenfalls inspirierend, als Einzelperson, als Pfarre, Gemeinde, Gemeinschaft diese Antwort des Johannes in den Mund zu nehmen „Ich bin die Stimme des Rufers in der Wüste“. Wir sind nicht für uns selber da, wir stehen für einen Größeren. Es geht gar nicht so sehr darum, dass die Menschen mich oder uns als wichtig und bedeutungsvoll einschätzen, sondern, dass ER, zum Vorschein kommt.

Die Coronakrise hat jedenfalls auch für Kirche/ Gemeinden etc. so manche Erfahrungen von Bedeutungs- losigkeit mit sich gebracht. Vielleicht kann Johannes ein Inspirator sein, den eigenen Platz neu zu finden – vordergründig bedeutungslos und im zweiten Schritt als behutsame oder ganz kraftvolle Stimme die auf den verweist, der kommt.

Impulsfragen für den Austausch

  • Wo verunsichert uns als Pfarre/ Gemeinschaft/ Gemeinde die Coronakrise? Wo erlebe ich persönlich diese Bedeutungslosigkeit von Kirche?
  • Wie haben wir erlebt, dass wir auf Gott verweisen können, dass Gottes Gegenwart uns zum Klingen bringt?
  • Was könnten wir bleiben lassen oder verstärken, dass uns das mehr gelingt? Austausch und Zeit für persönliches Gebet

Vaterunser

Einladung zum Austausch in der Diözese

Was könnten wir bleiben lassen oder verstärken, dass uns das mehr gelingt, auf Gottes kraftvolle Gegenwart zu verweisen?

2. Adventwoche 2020

Impuls für die zweite Adventwoche „kraftvoll und leidenschaftlich“

Einstiegsfrage

Welcher Mensch hat mich in den letzten Tagen beeindruckt?

Gebet

Lebendiger Gott,
du kommst uns entgegen in den Höhen und Tiefen unserer Zeit und unseres Lebens.
Hilf uns, dass wir uns von dir aus der Reserve locken lassen,
hilf uns wie Johannes der Täufer mutig auf unsere Weise auf deinen Ruf zu antworten,
hilf uns, dass wir als Kirche Menschen inspirieren, deine kraftvolle Gegenwart zu entdecken.

Das Evangelium des 2. Adventsonntags Mk 1,1-8

Das Auftreten des Täufers

1 Anfang des Evangeliums von Jesus Christus, Gottes Sohn. 2 Wie geschrieben steht beim Propheten Jesaja – Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her, der deinen Weg bahnen wird. 3 Stimme eines Rufers in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn! Macht gerade seine Straßen! – , 4 so trat Johannes der Täufer in der Wüste
auf und verkündete eine Taufe der Umkehr zur Vergebung der Sünden. 5 Ganz Judäa und alle Einwohner Jerusalems zogen zu ihm hinaus; sie bekannten ihre Sünden und ließen sich im Jordan von ihm taufen. 6 Johannes trug ein Gewand aus Kamelhaaren und einen ledernen Gürtel um seine Hüften und er lebte von Heuschrecken und wildem Honig. 7 Er verkündete: Nach mir kommt einer, der ist stärker als ich; ich bin es nicht wert, mich zu bücken und ihm die Riemen der Sandalen zu lösen. 8 Ich habe euch mit Wasser getauft, er aber wird euch mit dem Heiligen Geist taufen.

Gedanken zum Text

Johannes der Täufer hat auf die Menschen seiner Zeit Eindruck gemacht, sonst wären sie nicht in Scharen zu ihm gezogen. Er hat das Lebensgefühl vieler zum Ausdruck gebracht: dass es nicht einfach so weitergeht, dass es eine Veränderung braucht, eine Neuausrichtung als Einzelne und als Gesellschaft. Johannes rechnet mit dem Kommen Gottes. Das ist sein innerer Fokus, das bestimmt seinen Lebensstil, das bestimmt seine Botschaft, das macht ihn so anziehend. Johannes sammelt ein paar Jünger, aber die meisten Menschen kommen, lassen sich taufen und gehen wieder – nachdenklich, verändert – wie auch immer. Johannes sammelt keinen Fanclub. Er ermutigt Menschen im Blick auf den kommenden Gott kraftvoll zu leben. Johannes ermutigt Gemeinden, Gemeinschaften, Pfarren mit dem Kommen Gottes zu rechnen und mutig zu sein – und vielleicht manchmal so schräg im outfit, wie er selber.

Impulsfragen für den Austausch

  • Welche Sehnsucht rührt Johannes in mir an, was möchte ich mehr zur Entfaltung bringen?
  • Wo erfahre ich Momente der kraftvollen Gegenwart Gottes in meinem Leben?
  • Was würde Johannes unserer Gemeinde/ Gemeinschaft/ Pfarre heute als Ermutigung zusagen?
  • Austausch und Zeit für persönliches Gebet

Vaterunser

Einladung zum Austausch in der Diözese

Welche Ermutigung gibt Johannes der Täufer Ihnen für ihren Kontext mit?

 

1. Adventwoche 2020

Impuls für die erste Adventwoche „unruhig und wach“

Einstiegsfrage

Was war für mich bisher der schönste adventliche Moment?

Gebet

Jesus, wir beginnen diesen Advent auf recht ungewohnte Weise.
Stärke uns, begleite uns, öffne uns die Augen damit wir zugleich entdecken können, wie du uns in allen Herausforderungen entgegenkommst.

Das Evangelium des 1. Adventsonntags Mk 13, 24-37

Das Kommen des Menschensohnes

24 Aber in jenen Tagen, nach jener Drangsal, wird die Sonne verfinstert werden und der Mond wird nicht mehr scheinen; 25 die Sterne werden vom Himmel fallen und die Kräfte des Himmels werden erschüttert werden.
26 Dann wird man den Menschensohn in Wolken kommen sehen, mit großer Kraft und Herrlichkeit. 27 Und er wird die Engel aussenden und die von ihm Auserwählten aus allen vier Windrichtungen zusammenführen, vom Ende der Erde bis zum Ende des Himmels.

Der nahe, aber unbekannte Zeitpunkt 28 Lernt etwas aus dem Vergleich mit dem Feigenbaum! Sobald seine Zweige saftig werden und Blätter treiben, erkennt ihr, dass der Sommer nahe ist. 29 So erkennt auch ihr, wenn ihr das geschehen seht, dass er nahe vor der Tür ist. 30 Amen, ich sage euch: Diese Generation wird nicht vergehen, bis das alles geschieht. 31 Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen. 32 Doch jenen Tag und jene Stunde kennt niemand, auch nicht die Engel im Himmel, nicht einmal der Sohn, sondern nur der Vater.

Aufforderung zur Wachsamkeit 33 Gebt Acht und bleibt wach! Denn ihr wisst nicht, wann die Zeit da ist. 34 Es
ist wie mit einem Mann, der sein Haus verließ, um auf Reisen zu gehen: Er übertrug die Vollmacht seinen Knechten, jedem eine bestimmte Aufgabe; dem Türhüter befahl er, wachsam zu sein. 35 Seid also wachsam! Denn ihr wisst nicht, wann der Hausherr kommt, ob am Abend oder um Mitternacht, ob beim Hahnenschrei oder erst am Morgen. 36 Er soll euch, wenn er plötzlich kommt, nicht schlafend antreffen. 37 Was ich aber euch sage, das sage ich allen: Seid wachsam!

Gedanken zum Text

Das Markusevangelium schildert eine Katastrophe. Nichts bleibt so, wie es vorher war, die kosmische Ordnung kommt in Wanken. Doch inmitten dieses Chaos wird der Menschensohn sichtbar, der „mit großer Kraft und Herrlichkeit“ kommt. „Wach sein“ könnte also die Fähigkeit bedeuten, dass wir uns nicht von den Dingen,
die Angst machen ganz in Besitz nehmen lassen, sondern dass wir dieses vielleicht ganz unscheinbare Kommen Jesu wahrnehmen. Seine „Kraft und Herrlichkeit“ wird oft in der Erfahrung eines inneren Friedens, einer Freude, die immer wieder aufblitzt, spürbar. Manchmal kann dann beides gleichzeitig da sein: Chaos, Verunsicherung auf der einen Seite auf der anderen Seite ein inneres Vertrauen, dass ich nicht alleine bin.

Impulsfragen für den Austausch

  • Was belastet mich derzeit am meisten?
  • Wo kann ich ganz konkret etwas von der „Kraft und Herrlichkeit“ Jesu erfahren?
  • Was hilft mir persönlich/ was hilft uns als Pfarre/ als Gemeinschaft „wachsam zu sein“?
  • Austausch und Zeit für persönliches Gebet

Vaterunser

Einladung zum Austausch in der Diözese

Was hilft ihnen persönlich, was hilft ihnen in der Pfarre/ in ihrer Gemeinde/ ihrer Gemeinschaft „wachsam zu sein“ – hier können sie Erfahrungen mit anderen teilen.

 

Ostern 2020

Gedanke für den Tag

Es gibt ein Problem mit Ostern und den Auferstehungsglauben.

Wir können ihn nicht wirklich beweisen…

Deshalb kann man auch den Osterglauben nicht einfach lehren oder in die Köpfe der Menschen eintrichtern. Wir können ihnen noch so oft die Evangelien über die Auferstehung verkünden, noch so oft nach Jerusalem pilgern, um das leere Grab selbst zu sehen, noch so andächtig das Turiner Grabtuch bestaunen: das alles macht keinen Glauben und macht aus einem gewöhnlichen Menschen noch keinen Christen.

Entscheidend ist nur eines: die Begegnung mit dem Auferstandenen. So hat es Paulus selbst erlebt. Die völlig unerwartete Begegnung mit dem Auferstandenen hat ihn buchstäblich aus der Bahn geworfen und zu einem neuen Menschen gemacht.
So werden wir mit Ostern eingeladen unserem Glauben an die Auferstehung lebendig zu machen. Aber Ostern lädt auch ein, selbst dem auferstandenen Herrn zu begegnen. Denn Ostern ist nicht eine nostalgische Erinnerung an ein Ereignis vor beinahe 2000 Jahre. Ostern ist die immer neue Begegnung mit dem, der am dritten Tage auferstanden ist und lebt!

In der Hl. Messe, den Gottesdiensten, in der Liturgie, in seinem Wort, in den Sakramenten: überall da ist der Auferstandene gegenwärtig, will uns begegnen, will uns die Herzen entzünden. Ostern ist eine große Einladung, dem Herrn selbst zu begegnen und sich durch diese Begegnung verändern zu lassen.

Ostern wird uns, auch im Corona Irrgarten, ändern.
Wirklich Ostern wird es für den, der offen ist für die Begegnungen mit dem auferstandenen Herrn.

Osterandacht

In Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen
Der auferstandene Herr Jesus Christus ist bei uns heute und alle Tage bis in Ewigkeit.

Bitte um Vergebung

Herr Jesus Christus, du bist am Kreuz gestorben,
aber am dritten Tag auferstanden von den Toten.
Herr, erbarme dich
Du bist der von Gott eingesetzte Richter der Lebenden und der Toten.
Christus, erbarme dich
Jeder, der an dich glaubt, empfängt durch deinen Namen die Vergebung der Sünden.
Herr, erbarme dich

Gebet

Allmächtiger, ewiger Gott, am heutigen Tag
hast du durch deinen Sohn den Tod besiegt
und uns den Zugang zum ewigen Leben erschlossen.
Darum begehen wir in Freude das Fest seiner Auferstehung.
Schaffe uns neu durch deinen Geist,
damit auch wir auferstehen
und im Licht des Lebens wandeln.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
Amen

Evangelium
(Johannes 20,1-8)

Am ersten Tag der Woche kam Maria von Magdala frühmorgens, als es noch dunkel war, zum Grab und sah, dass der Stein vom Grab weggenommen war. Da lief sie schnell zu Simon Petrus und dem Jünger, den Jesus liebte, und sagte zu ihnen: Man hat den Herrn aus dem Grab weggenommen, und wir wissen nicht, wohin man ihn gelegt hat.

Da gingen Petrus und der andere Jünger hinaus und kamen zum Grab; Sie liefen beide zusammen dorthin, aber weil der andere Jünger schneller war als Petrus, kam er als erste ans Grab.

Er beugte sich vor und sah die Leinenbinden liegen, ging aber nicht hinein.
Da kam Simon Petrus, der ihm gefolgt war, und ging in das Grab hinein.
Er sah die Leinenbinden liegen und das Schweißtuch, das auf dem Kopf Jesus gelegen hatte; Es lag aber nicht bei den Leinenbinden, sondern zusammengebunden daneben an einer besonderen Stelle.

Da ging auch der andere Jünger, der zuerst an das Grab gekommen war, hinein; er sah und glaubte.

Kurzer Moment der Stille

Fürbitten

In österlicher Freude um Jesus Christus versammelt wenden wir uns voll Vertrauen an den Gott des Lebens und beten:

  • Für alle Christen, die an die Auferstehung Jesu Christi glauben, stärke sie in der Treue zum Glauben der Apostel.

          Wir bitten dich, erhöre uns.

  • Für alle Völker unserer Erde: um Frieden, Gerechtigkeit und Freiheit.

          Wir bitten dich, erhöre uns.

  • Für die Mutlosen und Verzweifelten: um Trost und Zuversicht durch die Frohe Botschaft von der Auferstehung.

          Wir bitten dich, erhöre uns.

  • Für alle Getauften: um Wachstum im Glauben und Österliche Freude.

          Wir bitten dich, erhöre uns.

  • Für alle Corona-Kranken: um Linderung und Genesung.

          Wir bitten dich, erhöre uns.

  • Für alle, die im Gesundheitswesen tätig sind: um Schutz und Kraft für ihren Dienst an den Menschen.

          Wir bitten dich, erhöre uns.

  • Für unsere Verstorbenen, die uns im Licht des Glaubens vorausgegangen sind: um Aufnahme in das ewige Leben.

          Wir bitten dich, erhöre uns.

Herr, unser Gott, in der Taufe hast du uns Anteil an der Auferstehung geschenkt. Darüber freuen wir uns, wir danken dir und preisen dich jetzt und in Ewigkeit.

Vater unser

Gebet

Wir wollen beten:

für alle Menschen, die am Corona-Virus erkrankt sind,
für diejenigen, die Angst haben vor einer Infektion,

für alle, die sich nicht frei bewegen können,
für die ÄrztInnen und PflegerInnen, die sich um die Kranken kümmern,
für die Forschenden, die nach Schutz und Heilmitteln suchen,
dass Gott unserer Welt in dieser Krise seinen Segen erhalte.

Stilles Gebet

Allmächtiger Gott, du bist Zuflucht und Stärke,
viele Generationen von uns haben dich als mächtig erfahren,
als Helfer in allen Nöten.
Steh allen bei, die von dieser Krise betroffen sind,
und stärke in uns den Glauben,
dass du dich um jede und jeder von uns sorgst.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
Amen.

Karfreitag 2020

Gedanke für den Tag

Jesus am Kreuz steht im Mittelpunkt des Karfreitags. Jesus hat durch das Kreuz die Welt und uns erlöst. Das Kreuz selbst als Symbol ist zum Erkennungszeichen des Christentums geworden. Wo es wahrgenommen wird, ist es oft Anlass zum Streit, wie weit es in der Öffentlichkeit einen Platz haben darf.

Ich möchte Sie einladen das Kreuz heute nicht nur als Marterwerkzeug und als Schandpfahl zu betrachten. Wir sehen zwei Linien, eine aufsteigende und horizontale, quer liegende, die sich überschneiden, kreuzen. Eine aufsteigende Linie weist nach oben, verbindet Himmel und Erde. Christus hat uns einen neuen Zugang über diese Welt hinaus zum Vater eröffnet. In ihm hat die Liebe Gottes ein Gesicht bekommen, er hat sie in seinen Taten deutlich gemacht. Ein wirksames Zeichen dafür sind die Sakramente: Sie greifen reale Vorgänge unseres Alltags auf, um das Wirken der Gnade zu verdeutlichen. So öffnen sie unseren Alltag auf Gottes wirken hin.

Quer dazu liegt die vertikale Linie. Sie kann uns zum einen erinnern an alles, was in unseren Leben quer liegt, was die aufsteigende Linie zu blockieren scheint, was uns bremst, belastet, niederhält. Aber all dies wird in der aufsteigenden Linie auch aufgefangen, angehoben. In den romanischen Kreuzesdarstellungen ist Jesus nicht ins Kreuz hinein genagelt, sondern er breitet die Arme aus auf uns hin.

Andacht zum Karfreitag

In Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen

Gebet

Allmächtiger, ewiger Gott,
durch das Leiden deines Sohnes
hast du den Tod vernichtet,
der vom ersten Menschen
auf alle Geschlechter übergegangen ist.
Nach dem Gesetz der Natur tragen wir
das Abbild des ersten Adams an uns;
hilf uns durch deine Gnade,
das Bild des neuen Adam in uns auszuprägen
und Christus ähnlich zu werden,
der mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit. Amen.

Lesung
(Jesaja 52, 13-53, 12)

Seht, mein Knecht hat Erfolg.
Er wird groß sein und hoch erhaben.
Viele haben sich über ihn entsetzt, so entstellt sah er aus, nicht mehr wie ein Mensch, seine Gestalt war nicht mehr die eines Menschen.
Jetzt aber setzt er viele Völker in Staunen, Könige müssen vor ihm verstummen. Denn was man ihnen noch nie erzählt hat, das sehen sie nun; was sie niemals hörten, das erfahren sie jetzt.
Wer hat unser Kunde geglaubt? Der Arm des Herrn – wem wurde er offenbar?
Vor seinen Augen wuchs er auf wie ein junger spross, wie ein Wurzeltrieb aus trockenem Boden.
Er hatte keine schöne und edle Gestalt, so dass wir ihn anschauen möchten. Er sah nicht so aus, dass wir Gefallen fanden an ihm.
Er wurde verachtet und von den Menschen gemieden, ein Mann voller Schmerzen, mit Krankheit vertraut.
Wie einer, vor dem man das Gesicht verhüllt, war er verachtet;
Wir schätzten ihn nicht.
Aber er hat unsere Krankheiten getragen und unsere Schmerzen auf sich geladen.
Wir meinten, er sei von Gott geschlagen,
von ihm getroffen und gebeugt.
Doch er wurde durchbohrt wegen unserer Verbrechen,
wegen unserer Sünden zermalmt.
Zu unserem Heil lag die Strafe auf ihm, durch seine Wunden sind wir geheilt.
Wir hatten uns alle verirrt wie Schafe, jeder ging für sich seinen Weg.
Doch der Herr lud auf ihn die Schuld von uns allen.
Er wurde misshandelt und niedergedrückt,
aber er tat seinen Mund nicht auf.
Durch Haft und Gericht wurde er dahingerafft,
doch wen kümmerte sein Geschick?
Er wurde vom Land der Lebenden abgeschnitten
Und wegen der Verbrechen seines Volkes zu Tode getroffen.
Bei den Ruchlosen gab man ihm sein Grab,
bei den Verbrechern seine Ruhestätte,
obwohl er kein Unrecht getan hat und
kein trügerisches Wort in seinem Mund war.
Doch der Herr fand Gefallen an seinem zerschlagenen Knecht,
er rettete den, der sein Leben als Sühnopfer hingab.
Er wird Nachkommen sehen und lange leben.
Der Plan des Herrn wird durch ihn gelingen.
Nachdem er so vieles ertrug, erblickt er das Licht.
Er sättigt sich an Erkenntnis.
Mein Knecht, der gerechte, macht die vielen gerecht;
Er lädt ihre Schuld auf sich.
Deshalb gebe ich ihm seinen Anteil unter den Großen,
und mit den Mächtigen teilt er die Beute,
weil er sein Leben dem Tod preisgab und sich unter die Verbrecher rechnen ließ.
Denn er trug die Sünden von vielen
und trat für die Schuldigen ein.

Kurzer Moment der Stille

Fürbitten

Als Christen sind wir dem Weg Jesus verpflichtet, einem Weg, der in Leiden und Tod führte, dem Weg, auf dem Gott zu finden ist. Darum wollen wir die Not und das Leid der Welt, unsere Anliegen und die aller Menschen, im Gebet vor Gott tragen.

  • Unfrieden und Krieg, Rivalitäten und Konflikte zwischen Völkern und Volksgruppen verursachen unendliches Leid, ziehen ein Spur von Tod, Vernichtung, Vergewaltigung und bleibendem Unrecht hinter sich her.Erbarme dich unser, o heiliger Gott.
  • Die Ungleichheit der Chancen zwischen reichen und armen Ländern, zwischen Nord und Süd, West und Ost, verursachen Flucht und Armut. Menschen mit gleicher Würde werden ungleich behandelt. Unter dem wirtschaftlichen Druck zahlen Frauen und Kinder einen hohen Preis.Erbarme dich unser, o heiliger Gott.
  • Unsere gesellschaftlichen Probleme drohen überhand zu nehmen. Immer mehr Menschen verlieren ihre Arbeit. Immer mehr Menschen werden mitten unter uns an den Rand gedrängt, verarmen. Immer mehr Jugendliche suchen einen Fluchtweg in Gewalt, Radikalität und Drogen, alte und behinderte Menschen werden abgeschoben und missachtet.Erbarme dich unser, o heiliger Gott.
  • Die uns anvertraute Schöpfung Gottes ist bedroht, Luft, Wasser, Böden werden verschmutzt und vergiftet, natürliche Lebensgrundlagen ausgebeutet. Kommende Generationen haben schwer an den Folgen zu tragen.Erbarme dich unser, o heiliger Gott.
  • Unsere jüdischen Geschwister im Glauben versuchen wie wir als Gemeinde Jesu, als Kirche, allen inneren Zerreißproben zum Trotz, den Glauben an den Gott des Lebens an die nächste Generation weiterzugeben und selber lebendige Zeugen zu sein.Erbarme dich unser, o heiliger Gott.
  • Wir selber stehen oft vor ausweglosen Situationen, begegnen Menschen in Not, in Krankheit, werden von Sorgen erdrückt, sind herausgefordert vom Schicksal des Todes.Erbarme dich unser, o heiliger Gott.

Vater Unser

 

Gründonnerstag 2020

Gedanke für den Tag

Christus sagt zu seinen Jüngern: „Ich habe euch ein Beispiel gegeben, damit auch ihr so handelt, wie ich an euch gehandelt habe“. Die Barmherzigkeit Gottes, sein Kniefall vor uns und zu unserem Heil kann in unserem Leben nicht ohne Folgen bleiben. Als Christen, die wir zu Christus gehören, sind wir heute von ihm selbst gerufen, es ihm gleichzutun. Unser Glaube, unsere Gemeinschaft mit Christus, soll sich in der Tat der Liebe bewähren. So führt uns die Fußwaschung mit einem Auftrag zurück in das alltägliche Leben, in die Familie, in den Beruf, in die Kirche, in die Nachbarschaft. Es sind jene Orte, an denen wir uns wie der Herr in Wort und Tat niederknien, vielfältig wie wir es sind: In einem Gedanken des Gebetes, das sich für einen Menschen an Gott richtet, in einem guten Wort, das aufbaut und Orientierung schenkt, in einer helfenden Tat, die unterstützt und ermutigt. Wir sind dazu gerufen in dem Bewusstsein der Tat Jesu an uns, dass allein die Liebe Leben ermöglicht. Und so wird das Wort des Evangelisten vom Anfang auch im Blick auf unser Leben neu verständlich: „Da er die Seinen, die in der Welt waren, liebte, erwies er ihnen seine Liebe bis zur Vollendung“.

Andacht zum Gründonnerstag

In Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen
Jesus Christus, der einem jedem von uns in Brot und Wein nahe sein will, er sei mit uns allen.

Bitte um Vergebung

Herr Jesus Christus, dienen heißt für dich die Menschen Gutes tun!
Herr, erbarme dich
Dienen heißt für dich ganz für andere da zu sein!
Christus, erbarme dich
Dienen heißt für dich das eigene Leben hingeben!
Herr, erbarme dich

Gebet

Allmächtiger Gott, am Abend vor seinem Leiden
hat dein geliebter Sohn der Kirche
das Opfer des Neuen und Ewigen Bundes anvertraut und das Gastmahl seiner Liebe gestiftet.
Gib, dass wir aus diesem Geheimnis
die Fülle des Lebens und der Liebe empfangen. Darum bitten wir durch Jesus Christus.
Amen.

Evangelium
(Johannes 13, 1-5, 12-15)

Es war vor dem Paschafest. Jesus wusste, dass seine Stunde gekommen war, um aus dieser Welt zum Vater hinüberzugehen. Da er die Seinen, die in der Welt waren, liebte, erwies er ihnen seine Liebe bis zur Vollendung.
Es fand ein Mahl statt, und der Teufel hatte Judas, dem Sohn des Simon Iskariot, schon ins Herz gegeben, ihn zu verraten und auszuliefern.

Jesus, der wusste, dass ihm der Vater alles in die Hand gegeben hatte und dass er von Gott gekommen war und zu Gott zurückkehrte, stand vom Mahl auf, legte sein Gewand ab und umgürtete sich mit einem Leinentuch. Dann goss er Wasser in eine Schüssel und begann, den Jüngern die Füße zu waschen und mit dem Leinentuch abzutrocknen, mit dem er umgürtet war. Als er ihnen die Füße gewaschen, sein Gewand wieder angelegt und Platz genommen hatte, sagte er zu ihnen:

Begreift ihr, was ich an euch getan habe? Ihr sagt zu mir Meister und Herr, und ihr nennt mich mit Recht so; denn ich bin es. Wenn nun ich, der Herr und Meister, euch die Füße gewaschen habe, dann müsst auch ihr einander die Füße waschen. Ich habe euch ein Beispiel gegeben, damit auch ihr so handelt, wie ich an euch gehandelt habe.

Kurzer Moment der Stille

Fürbitten

An Jesus Christus erkennen wir, wie wir unseren Nächsten dienen sollen. Im fürbittenden Gebet zeigen wir, dass wie einander in Blick nehmen. Voller Vertrauen tragen wir ihm unsere Bitten vor.

  • Für die vielen Pfarren, in denen heute die Gründonnerstagliturgie ausfällt, dass sie einander im Glauben stärken und immer wieder zum Gebet zusammenkommen.

         „Dies ist mein Gebot, liebet einander, wie ich euch geliebt“.

  • Für alle engagierten Christen, für Priester, Diakone, pastorale Mitarbeiter und Ehrenamtlichen, dass sie in der Feier der Eucharistie Kraft und Ermutigung erfahren, Jesus Christus, das Brot unseres Lebens, allen suchenden zu verkünden.

         „Dies ist mein Gebot, liebet einander, wie ich euch geliebt“.

  • Für alle Menschen, die verraten und verfolgt werden, dass sie an ihrem Leid und in ihren Nöten nicht zugrunde gehen.

         „Dies ist mein Gebot, liebet einander, wie ich euch geliebt“.

  • Für alle, die sich für einen Dienst an den Menschen entschieden haben, dass sie in ihrem Beruf einen tiefen Lebenssinn erkennen und einen besonnenen Umgang mit den ihnen Anvertrauten pflegen.

         „Dies ist mein Gebot, liebet einander, wie ich euch geliebt“.

  • Für alle Verstorbenen, dass sie im Tod Erlösung und Heil erfahren und zu einem Leben bei dir erweckt werden.

         „Dies ist mein Gebot, liebet einander, wie ich euch geliebt“.

Gott, wie danken dir für deine Nähre in Jesus Christus, der mit uns ist und uns immer wieder einlädt an seinen Tisch, bis er einst wiederkommt in Ewigkeit.
Amen.

Vater Unser

Jesus hat das Abendmahl mit seinen Freunden im Vertrauen auf die todesüberwindende Macht seines Vaters gefeiert. Auch wir dürfen dem Vater vertrauen und beten:
Vater unser im Himmel…

Palmsonntag 2020

Gedanke für den Tag

Die Karwoche, die wir mit dem Palmsonntag beginnen, führt uns auf den österlichen Weg. Die Erfahrung der Spaltung kann überwunden werden, wenn man sich in die Schule Jesu begibt. Der nimmt uns mit auf seinem Weg.

Palmsonntag gedenkt des Einzugs Jesu in Jerusalem: Einfach kommt der Messias auf einem Esel daher. Der Sohn Gottes macht keinen Lärm. Nichts Besonderes ist an ihm. Gott gibt sich alltäglich. Dass muss mir zu denken geben.

Gründonnerstag erinnert an das letzte Abendmahl: Jesus wird seinen Jüngern zur Speise. Seine Mission soll uns Gläubigen in Fleisch und Blut übergehen. In der Hl. Messe soll das Gedächtnis Jeus für alle Zeit begreifbar bleiben. Die Hingabe Jesu wird zum Lebensprogramm für alle Christen. Die Feier der Hl. Messe wird damit zu einer Kraftquelle für mein Leben aus dem Glauben.

Karfreitag richtet den Blick aufs Kreuz: Geduldig erträgt der Gottessohn eine gewaltlose Festnahme, die ungerechte Verurteilung, unsägliches Leid und einen gewaltsamen Tod. Gott steht damit in der Mitte seiner Schöpfung. In der Passion teilt er jedes nur denkbare menschliche Schicksal. In jedem Abgrund menschlichen Lebens lässt Gott sich finden. Gott ist mir immer nah.

Ostern feiert Jesu Auferstehung. Gott durchbricht alle menschlichen Grenzen. Keine Spaltung mehr zwischen Zeit und Ewigkeit, zwischen Tod und Leben. Was zählt, ist die einende Gemeinschaft mit Gott, jetzt und einst. Die neue „Lebensphilosophie“ heißt: eins sein mit Gott, den Mitmenschen, der Schöpfung mit mir selbst.

Es reicht also nicht, sich am Palmsonntag auf die Seite der jubelnden Menge zu schlagen, die Gott preist. Ebenso unzulänglich ist das gläubige Mitleid des Karfreitages. Die angebrochene Karwoche fordert mich auf, meine religiösen Gefühle zu ordnen. Mir muss klar werden, dass es an Ostern um alles geht: um mich und meinen Glauben; um meine Begeisterung für die Sache Gotte; um mein Gottesvertrauen; um mein menschliches Lieben und Hoffen; um meine falsche Selbstsicherheit und meine Schuld; um alles das, was mit Gottes Hilfe und Gnade aus meinem Leben noch werden soll.

Andacht zum Palmsonntag

In Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen
Der Herr, der Einzug halten will in unseren Herzen, sei mit uns allen.

Bitte um Vergebung

Gepriesen, der da kommt als Heiland der Welt!
Herr, erbarme dich
Gepriesen, der uns Frieden schenkt!
Christus, erbarme dich
Gepriesen, der bei uns ist und bleibt!
Herr, erbarme dich

Gebet

Allmächtiger, ewiger Gott,
deinem Willen gehorsam, hat unser Erlöser Fleisch angenommen, er hat sich selbst erniedrigt
und sich unter die Schmach des Kreuzes gebeugt.
Hilf uns, dass wir ihm auf dem Weg des Leidens nachfolgen
und an seiner Auferstehung Anteil erlangen.
Darum bitten wir durch ihn, Jesus Christus.
Amen.

Evangelium

Das Leiden unseres Herrn Jesus Christus nach Matthäus.
Der Tod Jesu (Matthäus 26, 45 – 50)

Von der sechsten bis zur neunten Stunde
herrschte eine Finsternis im ganzen Land.
Um die neunte Stunde rief Jesus laut:
Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Einige von denen, die dabeistanden und es hörten, sagten: Er ruft nach Elija.

Sogleich lief einer von ihnen hin,
tauchte einen Schwamm in Essig,
steckte ihn auf einen Stock und gab Jesus zu trinken.
Die anderen aber sagten:
Lass doch, wir wollen sehen, ob Elija kommt und ihm hilft. Jesus aber schrie noch einmal laut auf.
Dann hauchte er den Geist aus.

Kurzer Moment der Stille

Fürbitten

Zu unserem Herrn Jesus Christus rufen wir. Er der für seine geliebten Menschen den Weg der Hingabe bis zum Äußersten gegangen ist.

  • Für alle, die wegen ihres Glaubens und Ihrer Treue an Jesus Verfolgung und Gewalt erfahren.

    Wir bitten dich, erhöre uns.

  • Für jene, die krank sind – besonders für die vom Coronavirus betroffenen, die mit Behinderung leben müssen oder die Beistand und Hilfe brauchen.

    Wir bitten dich, erhöre uns.

  • Für alle, die ihren Weg gehen, Widerspruch und Abneigung erfahren, es niemanden Recht machen können und oft verunsichert sind.

    Wir bitten dich, erhöre uns.

  • Für die Männer und Frauen, die politische Verantwortung tragen, von Lobbyisten bedrängt werden und mit so genannten Sachzwängen kämpfen.

    Wir bitten dich, erhöre uns.

  • Für alle junge Menschen, die ihren Weg ins Leben und in die Zukunft suchen und von Jesus Christus oft nicht mehr viel wissen.

    Wir bitten dich, erhöre uns.

  • Für unsere Verstorbenen und alle Toten, insbesondere für jene, die Opfer vom Coronavirus geworden sind.

    Wir bitten dich, erhöre uns.

Gott, Jesus Christus nimmt uns alle mit auf den Weg der Liebe und der Hingabe, den Weg, der in dein Leben führt. So sei gepriesen in Ewigkeit. Amen.

Vater Unser

Wie der Herr seine Jünger gelehrt hat zu beten, dass Gottes Reich komme und sein Wille geschehe, wollen wir nun beten:
Vater, unser im Himmel…

Besinnung

Herr, du bist mein Weg.
Ich danke dir dafür.
Herr, lass mein Vertrauen in dich wachsen!